Demokratie schafft Zukunft – Fünfte Demokratiekonferenz im Landkreis Göttingen

Unter der Überschrift „Demokratie schafft Zukunft“ trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik, um über die Weiterentwicklung der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen ab 2020 zu diskutieren. Hierbei wurden neue Projektideen entwickelt sowie eine engere Verflechtung mit anderen Akteuren erreicht.

Der Ort für diese 5. Demokratiekonferenz war am am 27. September 2019 die Jugendherberge Göttingen.

Die Partnerschaft für Demokratie, gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, startet 2020 in ihre zweite fünfjährige Förderperiode. Regional setzt sich die Partnerschaft dafür ein, Strukturen gegen extreme Rechte, Gewalt und menschenverachtende Einstellungen zu stärken, zivilgesellschaftliche Prozesse im ländlichen Raum weiterzuentwickeln sowie die demokratische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Begrüßt wurden die rund 50 Teilnehmenden von dem Sozialdezernenten des Landkreises Göttingen Marcel Riethig. Er unterstrich die Wichtigkeit der Partnerschaft für Förderung der Demokratie und begrüßte die Etablierung dieses wichtigen Projektes über 2020 hinaus. „Demokratie ist kein Selbstläufer. Die Projekte der Partnerschaft tragen dazu bei, sie mit Leben zu füllen“, hob Herr Riethig hervor.

Nach einem kurzen Rückblick auf die derzeitige Förderperiode stand die Vernetzung der Teilnehmenden im Fokus. Neben einer Vernetzungsrunde, in welcher sie sich mit verschiedenen Netzwerkpartnerinnen aus unterschiedlichen Teilen des Fördergebietes austauschten, bildete die Entwicklung zukünftiger Projekte das zentrale Anliegen der diesjährigen Demokratiekonferenz. Die Grundlage der Planungsarbeit bildeten mit der Demokratieförderung im ländlichen Raum, der Extremismusprävention und der Förderung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen drei Ziele, die im Antrag für die neue Förderperiode schon grob benannt sind.

Mit Hilfe der Methode des Walk-Around wurden die Ziele für Aktivitäten sowie Projektideen mit möglichen Ansprechpersonen zur Projektumsetzung durch die Teilnehmenden konkretisiert. „Der Austausch und die Projektplanung mit unseren Netzwerkpartner*innen ist unerlässlich, um auch in der kommenden Förderperiode kreative und innovative Projekte zu realisieren sowie die Zielsetzungen der Partnerschaft im gesamten Fördergebiet voranzutreiben“, betonte Tobias Schläger von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein „Netzwerklunch“, bei dem die neugewonnenen Kontakte intensiviert und die entwickelten Projektideen vertieft werden konnten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 5. Demokratiekonferenz zogen nach der Veranstaltung eine positive Bilanz. Gelobt wurde die Möglichkeit, sich im Rahmen einer solchen Veranstaltung intensiver mit Projektideen auseinanderzusetzen. Auf diese Weise konnte schon im Vorfeld ein aktiver Beitrag zur Weiterentwicklung der Partnerschaft geleistet werden.

Zusammen für einen sicheren Hafen

Am 30. Juni 2019 fand die 15. Göttinger Kulturenmesse auf dem Wochenmarkt statt.

Unter dem Zeichen der Solidarität gegen das Massensterben im Mittelmeer stand die diesjährige Kulturenmesse in Göttingen am 30. Juni 2019 auf dem Wochenmarkt. Sie wurde vom Integrationsrat Göttingen zusammen mit verschiedenen Göttinger Vereinen und Gruppen wie dem Lampedusa-Bündnis Göttingen und der Seebrücke Göttingen organisiert und setzte sich dafür ein, dass die Stadt zum „Sicheren Hafen“ für Geflüchtete wird. Bundesweit haben sich schon 83 Städte zu „Sicheren Häfen“ erklärt, womit sie ihrer Bereitschaft Nachdruck verleihen, zusätzliche aus Seenot gerettete Menschen aufzunehmen.

Die Kulturenmesse präsentierte zum 15. Mal das bunte kulturelle Bild in Göttingen. An über 30 Ständen stellten sich vielfältige Migrantenselbstorganisationen, Beratungseinrichtungen, Flüchtlingsinitiativen sowie politische und kulturelle Gruppen vor. Auch in diesem Jahr war die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen in vielerlei Hinsicht Teil der Kulturenmessen. So nahmen neben der Geschäftsstelle auch verschiedene Institutionen der Bildungsgenossenschaft wie die Beschäftigungsförderung Göttingen, die VHS und das Institut für angewandte Kulturforschung mit ihren Projekten die Veranstaltung teil. Die BIGS-Geschäftsstelle informierte insbesondere zu den Themen der Anerkennungsberatung, der Bildungsberatung, wie auch zu dem Verbundprojekt FairBleib.

Auch in den kommenden Jahren wird sich die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen mit ihren Mitgliedern für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft einsetzen sowie Ratssuchende aus anderen Ländern bei der Integration unterstützen.

Mit Kontinuität und Kooperation in eine neue Generation

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Bildungsgenossenschaft war der Generationswandel sowohl bei den Mitgliedern als auch den Geschäftsstellenmitarbeitern spürbar. Dieses Zusammenspiel von Erfahrung und neuen Ideen fördert den Genossenschaftsgedanken und bringt die im letzten Jahr begonnenen Impulse voran.

Der formelle Teil der Genossenschaftsversammlung begrenzte sich wie schon im Vorjahr auf das Notwendigste. Die BIGS präsentierte sich 2018 weiterhin in einer wirtschaftlich stabilen Lage, bei der auch die Mitgliederzahlen sich kaum veränderten. So konnte die BIGS mit dem Alphazentrum, dem Evangelischen Verein für Bildung und Dialog sowie dem Flüchtlingsrat Niedersachsen drei neue Mitglieder in ihren Reihen begrüßen.

Nichtsdestotrotz wurde und wird die Vorstandsarbeit im letzten, aber auch in diesem Jahr stark von personellen Veränderungen geprägt. Diese Neustrukturierungen werden die Arbeit der Geschäftsstelle bis ins Jahr 2020 hinein begleiten.  Aber auch bei den Mitgliedern der BIGS sind die personellen Veränderungen sichtbar. In dieser Situation ist eine Stärkung des Genossenschaftsgedankens immanent. Im letzten Jahr wurde damit durch die Initiierung zweier Perspektivworkshops begonnen. Ihr Resultat war die Einrichtung von neuen Arbeitsgruppen. Neben den bisherigen AGs zur berufliche und politischen Bildung wurden die AGs Migration/ Integration und Wertschöpfung ins Leben gerufen. Während drei Arbeitsgruppen sich auf thematische Arbeitsbereiche der Genossenschaft konzentrieren, zielt die AG Wertschöpfung auf eine Stärkung der BIGS im operationalen Sinne.

Im Zentrum des zweiten Teils der Genossenschaftsversammlung, der von Monika Wolff moderiert wurde, stand die Weiterentwicklung der Arbeitsgruppen. Nach einer kurzen Vorstellung der einzelnen Bereiche wirkten die Anwesenden aktiv an der weiteren Ausgestaltung der Gruppen mit. Nur im Zusammenspiel der Genossen kann auf diese Weise der genossenschaftliche Charakter erhalten werden, den die Mitglieder der BIGS als einzigartiges Charakteristikum in Deutschland schätzen. Statt allein auf die Konkurrenz untereinander zu beharren, fördert die BIGS durch dieses Zusammenwirken eine produktive, bereichernde und kooperative Bildungsarbeit in der Region Südniedersachsen. Aus diesem Grund sprachen sich alle für eine Fortführung der Arbeit in dieser thematischen Aufgliederung aus.

 Am Nachmittag wurde die Versammlung durch den Vortrag von Peter Pawlowski (P.O.S. Kresin Design gGmbH) über Werbeaktivitäten und –strategien am Beispiel der Volkshochschule Göttingen-Osterode am Harz bereichert. Die Anwesenden erhielten Anregungen zu Strategien, bisherige und neue Kunden effektiver für ihre Bildungsarbeit zu gewinnen.

Das Format der diesjährigen Versammlung wurde von den Genossen sehr positiv bewertet, da trotz des Generationswechsels dem Genossenschaftsgedanken neue Impulse gegeben wurden. Die Arbeit darf und wird hier nicht stehen bleiben, da für konstruktive Ergebnisse die ständige Weiterentwicklung der BIGS notwendig ist. Nur auf dieses Weise lässt sich dieses deutschlandweit einzigartige Konstrukt erhalten.