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Demokratiekonferenz 2019 – Demokratie schafft Zukunft

Die Fortentwicklung der Partnerschaft für Demokratie

Der Förderzeitraum der Partnerschaft für Demokratie neigt sich dem Ende zu. Dies ist kein Grund allein in Erinnerungen zu schwelgen, sondern auch einen Blick in die Zukunft zu richten. Das Engagement für Demokratie und die Förderung einer weltoffenen und toleranten Gesellschaft bilden weiterhin eine zentrale Aufgabe für unser Zusammenleben. Dies zeigen die jüngsten Ereignisse in Kassel sowie im Landkreis Göttingen. Ob Angriffe auf Ehrenamtliche, Lokalpolitiker und Andersdenkende oder einfach nur der alltägliche Rassismus gegenüber Menschen aus anderen Ländern geben der Arbeit für Demokratie sowie für eine gesellschaftsübergreifende Zivilcourage besondere Bedeutung. Auch vor „unserer“ Haustür zeigt sich weiterhin die Notwendigkeit zivilgesellschaftlichen Handelns.

Die Arbeit der Partnerschaft soll mit dem Ende der derzeitigen Förderperiode und bisher über 60 unterstützten Projekten für die Demokratie keinen Abschluss finden, sondern in der neuen Periode weitere Impulse in der Gesellschaft entwickeln sowie die Vernetzung untereinander fördern. Deshalb wird sich der Landkreis Göttingen auf die neue Förderperiode des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ von 2020 bis 2024 bewerben.

Die diesjährige Demokratiekonferenz steht somit im Zeichen der Zukunft. Neben dem gemeinsamen Blick auf die vergangenen fünf Jahre sollen Perspektiven und Ideen für die Fortentwicklung geschaffen werden. Darüber hinaus bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, bereits geknüpfte Netzwerke fortzuführen und eigene Kontakte zu erweitern. Auf diese Weise ergibt sich die Chance, dass die Arbeit der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen weiter gewinnbringend verbessert wird.

Die Veranstaltung richtet sich an aktuelle und zukünftige Unterstützer*innen der Partnerschaft aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 15. September 2019 über unsere Internetseite:

Anmeldung zur Demokratiekonferenz 2019

Datum und Ort:

27.09.2019, 14:00 – 18:30 Uhr

Jugendherberge Göttingen, Habichtsweg 2, 37075 Göttingen

Inhalt der Veranstaltung:

14:00 Uhr: Beginn der Veranstaltung

Begrüßung durch Marcel Riethig (Sozialdezernent des Landkreises Göttingen)

Moderiertes Netzwerkinterview mit Wegbegleiter*innen der Partnerschaft für Demokratie

Wo kommen wir her, wo stehen wir und wo gehen wir hin? Unterschiedliche Akteur*innen und Wegbegleiter*innen werden über die Entstehung, die Entwicklung und die Zukunftsvisionen der Partnerschaft befragt.

Kennenlernen und Vernetzung:

Lernen Sie Ihnen noch unbekannte Mitstreiter*innen der Partnerschaft für Demokratie kennen. Tauschen Sie sich mit Akteur*innen aus verschiedenen Regionen des Fördergebietes aus und arbeiten sie aktiv daran mit, dass das Netzwerk der Partnerschaft weiter wachsen kann. In kleinen Tischgruppen haben Sie die Möglichkeit sich regional und über die Grenzen ihres Wirkungsgebietes auszutauschen, Synergien zu entdecken und das breite Netzwerk der Partnerschaft für sich zu nutzen. Die unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte und Expertisen der Netzwerkpartner*innen sollen auf diese Weise sichtbar werden.

Gemeinsam die Partnerschaft weiterentwickeln – Walkaround zur Themenfindung

Nach einer kurzen Pause mit Kaffee und Kuchen, werden die Ergebnisse der Tischgespräche als Grundlage für die Themenfindung für die Partnerschaft ab 2020 an verschiedenen Stationen dargestellt. Entwickeln Sie gemeinsam mit uns konkrete Vorschläge und Projekte für die neue Förderperiode. Lernen Sie gleichzeitig kreative und innovative Methoden und Ideen der Politischen Bildung, Demokratieförderung und Prävention kennen.

Netzwerkimbiss

Lassen Sie die Veranstaltung bei einem leichten Imbiss und weiterführenden Gesprächen in angenehmer Atmosphäre ausklingen. Vertiefen Sie dabei die Kontakte, die Sie über den Tag hinweg geknüpft haben oder tauschen Sie sich mit langjährigen Kooperationspartner*innen über zukünftige Vorhaben aus.

Gegen 18:30 Uhr: Ende der Veranstaltung

Für weitere Informationen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an:

Jonas Huwald – Federführendes Amt (Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen)
Mail: huwald@landkreisgoettingen.de
Telefon: 0551-525-9164

Tobias Schläger – Externe Koordinierungs- und Fachstelle (Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG)
Mail t.schlaeger@bildungsgenossenschaft.de
Telefon: 0551 384210-45

Ausschlussklausel

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Zusammen für einen sicheren Hafen

Am 30. Juni 2019 fand die 15. Göttinger Kulturenmesse auf dem Wochenmarkt statt.

Unter dem Zeichen der Solidarität gegen das Massensterben im Mittelmeer stand die diesjährige Kulturenmesse in Göttingen am 30. Juni 2019 auf dem Wochenmarkt. Sie wurde vom Integrationsrat Göttingen zusammen mit verschiedenen Göttinger Vereinen und Gruppen wie dem Lampedusa-Bündnis Göttingen und der Seebrücke Göttingen organisiert und setzte sich dafür ein, dass die Stadt zum „Sicheren Hafen“ für Geflüchtete wird. Bundesweit haben sich schon 83 Städte zu „Sicheren Häfen“ erklärt, womit sie ihrer Bereitschaft Nachdruck verleihen, zusätzliche aus Seenot gerettete Menschen aufzunehmen.

Die Kulturenmesse präsentierte zum 15. Mal das bunte kulturelle Bild in Göttingen. An über 30 Ständen stellten sich vielfältige Migrantenselbstorganisationen, Beratungseinrichtungen, Flüchtlingsinitiativen sowie politische und kulturelle Gruppen vor. Auch in diesem Jahr war die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen in vielerlei Hinsicht Teil der Kulturenmessen. So nahmen neben der Geschäftsstelle auch verschiedene Institutionen der Bildungsgenossenschaft wie die Beschäftigungsförderung Göttingen, die VHS und das Institut für angewandte Kulturforschung mit ihren Projekten die Veranstaltung teil. Die BIGS-Geschäftsstelle informierte insbesondere zu den Themen der Anerkennungsberatung, der Bildungsberatung, wie auch zu dem Verbundprojekt FairBleib.

Auch in den kommenden Jahren wird sich die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen mit ihren Mitgliedern für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft einsetzen sowie Ratssuchende aus anderen Ländern bei der Integration unterstützen.

Vierte Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie

Extrem ländlich – Gemeinsam gegen Rechtsextremismus

Die vierte Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen hat 75 Teilnehmende in Duderstadt zusammengebracht. Gemeinsam wurde unter dem Titel „Extrem ländlich – Umgang mit rechter Mobilisierung im ländlichen Raum“ über vielfältige Themen diskutiert. Erstmals haben die Partnerschaften für Demokratie aus dem Altkreis Göttingen und dem Altkreis Osterode die Konferenz gemeinsam ausgerichtet.

Grußwort des Kreisrats Marcel Riethig (Foto: Anna Holefleisch)

Die Teilnehmenden zogen eine positive Bilanz und betonten die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um demokratiefeindlichen Tendenzen zu begegnen.

Kristin Harney von der Mobilen Beratung Niedersachsen (Zentrum Demokratische Bildung Wolfsburg) hat in ihrem Fachvortrag über rechte Strukturen im ländlichen Raum berichtet und dabei einen Fokus auf Südniedersachsen gelegt. So vielfältig, wie die jeweiligen lokalen Gegebenheiten sind, so vielfältig sind die Handlungsräume, um antidemokratischen Tendenzen zu entgegnen. Soziale Leerräume stellt Kristin Harney als ein Merkmal unter anderen dar, das von rechtsextremistischen Akteuren zur Mobilisierung genutzt wird. Leerräume, wie z.B. fehlende Freizeitangebote für Jugendliche, sollen daher durch demokratische Kräfte gefüllt werden. Gemeinsame Handlungsoptionen konnten die Teilnehmenden anschließend in drei Fachforen diskutieren.

Jonas Huwald (Landkreis Göttingen) hat im Fachforum „Handlungsräume – Kommunale Verwaltungen und die rechtsextreme Szene im ländlichen Raum“ einen Austausch kommunaler Akteure eröffnet. Handlungsräume sind vielfältig und sie müssen situativ gestaltet werden. Dabei gibt es keine allgemeingültige Empfehlung, um das Spannungsfeld „Gleichbehandlung vs. Wehrhaftigkeit“ aufzulösen. Die Vielfältigkeit der Optionen ermöglich jedoch eine demokratische Wehrhaftigkeit gegenüber rechtsextremen Vorfällen. In den Gemeinden besteht eine hohe Expertise zu Handlungsmöglichkeiten, die durch gemeinsame Zusammenarbeit geteilt werden kann.

Fachforum „Handlungsräume – Kommunale Verwaltungen und die rechtsextreme Szene im ländlichen Raum“ (Foto: Anna Holefleisch)

Viktor Wesselak (Bündnis „Duderstadt bleibt bunt“) und Kristin Harney haben im Fachforum „Engagement für einen demokratischen Zusammenhalt“ über die Arbeit zivilgesellschaftlicher Gruppen diskutiert und herausgearbeitet, dass regelmäßiger Widerspruch gegen demokratiefeindliche Tendenzen notwendig ist. Wegsehen ist keine wirksame Strategie, um rechtsextremen Vorfällen zu begegnen. Sie werden dadurch nicht verschwinden. Nur ein gemeinsames Entgegentreten wirkt nachhaltig, wozu die Arbeit in Bündnisses erfolgreich beiträgt.

Fachforum „Engagement für einen demokratischen Zusammenhalt“ (Foto: Anna Holefleisch)

Das Fachforum „Stammtischparolen und populistische Stimmungsmache“ wurde von Achim Bröhenhorst (Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen) durchgeführt. Er hat einen Einblick in vorurteilsbeladene und menschenfeindliche populistische Argumentationsstrategien gegeben. Um diesen Argumentationen entgegenzutreten ist es ebenfalls notwendig, nicht wegzusehen, sondern Haltung zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen. Dadurch können Betroffene gestärkt werden.

Abschlussplenum (Foto: Anna Holefleisch)

Im Anschluss an die Demokratiekonferenz hat Viktor Wesselak aus den Werken Oskar Maria Grafs gelesen und einen Einblick in das Leben des Autors unter dem Motto „Heimat? Freilich – aber nicht mit den Faschisten!“ gegeben.

Die Partnerschaften für Demokratie im Landkreis Göttingen stehen Interessierten für Anfragen gerne zur Verfügung

Kontakte für den Altkreis Göttingen:

Ansprechperson in der Kreisverwaltung: Jonas Huwald, Telefon 0551 525-9164, E-Mail huwald@landkreisgoettingen.de

Externe Koordinierungs- und Fachstelle (Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG): Philipp Kallenbach, Telefon 0551 384210-45, E-Mail p.kallenbach@bildungsgenossenschaft.de

Kontakte für den Altkreis Osterode:

Ansprechperson in der Kreisverwaltung: Peter Dzimalle, Telefon 05522 960-4750, E-Mail: dzimalle@landkreisgoettingen.de

Externe Koordinierungs- und Fachstelle (Jugendring Harzland): Nermin Gürocak, Telefon 01511 4795187, E-Mail: guerocak@vielfalt-osterode.de