Schlagwort-Archive: Friedland

Keine Dolmetscher für Flüchtlinge vorhanden

Keine Dolmetscher für Flüchtlinge vorhanden

Bildungsgenossenschaft warnt vor erheblichen Versorgungslücken vor Ort

Die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) weist nach Ankunft erster syrischer Flüchtlinge in den Gemeinden der Region Südniedersachsen auf Integrationsprobleme durch das Fehlen eines qualifizierten Dolmetschdienstes hin. Hierdurch kämen viele bestehende Hilfsangebote nicht bei den Betroffenen an, weil Fallmanager und Hilfesuchende sich nicht verständigen könnten.

Göttingen, 2. Oktober 2013. Zwei Wochen nach ihrer Ankunft in Deutschland sind die ersten syrischen Flüchtlinge aus dem Langer in Friedland auf die aufnehmenden Gemeinden verteilt worden. Die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen (BIGS) beobachtet nun erhebliche Schwierigkeiten bei der Integration vor Ort: „Wir wissen von Flüchtlingen, die kein Geld zur Sicherung ihres Lebensunterhalts beantragen können, weil die deutschen Formulare ihnen nicht in ihrer Muttersprache erklärt werden konnten“, berichtet Mathis Weselmann, Mitarbeiter der BIGS im Projekt SprInt Südniedersachsen. Durch Schwierigkeiten wie diese könnten die Flüchtlinge teilweise weder ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld II noch auf Besuch eines Deutschkurses wahrnehmen. Weselmann befürchtet, dass hierdurch schwerwiegende Probleme entstehen: „Es ist wahrscheinlich, dass viele Flüchtlinge durch die Maschen des sozialen Netzes fallen und eine gelungene Integration schon in den ersten Wochen verspielt wird.“

Als einen ersten Schritt fordert Weselmann die Einrichtung eines Vermittlungsdienstes für Dolmetscher, den Hilfsdienste und Behördenmitarbeiter in Anspruch nehmen können. Seit der Einstellung des Dolmetschdienstes im Migrationszentrum Göttingen fehle ein solches Angebot: „Wir brauchen wieder eine zentrale Telefonnummer wie die des Migrationszentrums, die Hilfsdienste und Behördenmitarbeiter anrufen können, wenn sie sprachliche Unterstützung benötigen.“ In der Pflicht seien Landkreise und Kommunen: „Die Verfügbarkeit von Sprachmittlern stellt die Wirksamkeit öffentlicher Hilfen sicher; Sie ist schon deswegen eine öffentliche Aufgabe – auch im Hinblick auf die politisch immer wieder geforderte Willkommenskultur.“

Das Migrationszentrum der Diakonie Göttingen hatte in den vergangenen Jahren einen Dolmetschdienst für Behörden und soziale Einrichtungen angeboten. Dieser wurde nach eigener Aussage in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgefahren und im Sommer 2013 eingestellt. Im Hintergrund stehe der Wegfall von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, über die der Dienst zuvor finanziert wurde.

Im Rahmen des vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Projektes „Interkultureller Dialog durch SprInt Südniedersachsen“ setzt sich die BIGS seit 2012 für die Einrichtung eines Angebots professioneller Sprach- und Integrationsmittlung (SprInt) in der Region ein. Das Projekt wird im Rahmen des bundesweiten Verbundprojektes „SprInt Transfer“ der Diakonie Wuppertal gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds.

Die Bildungsgenossenschaft Südniedersachen eG ist ein Zusammenschluss von aktuell 26 Bildungsanbietern aus der Region Südniedersachen. Ihr Ziel ist es, die Qualität des Bildungsangebots in der Region und den Zugang zu Bildungsangeboten zu verbessern. Ein Inhaltlicher Schwerpunkt ist seit Jahren die Arbeit mit Migrantinnen und Migranten, z.B. im Projekt FairBleib Südniedersachsen.

Kontakt: Mathis Weselmann, Projekt SprInt Südniedersachsen, Tel.: 0551 4886413, m.weselmann@www.bildungsgenossenschaft.de

Weitere Informationen zur BIGS: http://www.bildungsgenossenschaft.de

– zur redaktionellen Verwendung freigegeben –

Presseecho:

Meldung im Stadtradio Göttingen: http://www.stadtradio-goettingen.de/permalink_to?objid=e17636

Bericht in der HNA: http://www.hna.de/lokales/goettingen/hilfe-fluechtlinge-durch-dolmetscherdienst-3149363.html

Bericht im Stadtradio Göttingen von 31.10.2013: Permalink

 

Bildungsgenossenschaft schließt Außenstelle in Friedland

Pressemeldung der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG vom 19. Juni 2012

 

Bildungsgenossenschaft schließt Außenstelle in Friedland

Auslaufen der Integrationskurse beendet erfolgreiches Kooperationsmodell

 

Göttingen, 19. Juni 2012. Am kommenden Freitag, den 22. Juni 2012 schließt die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG ihre Außenstelle im Grenzdurchgangslager Friedland. Schon am Mittwoch findet um 11:00 Uhr die Verabschiedung durch Vertreter des GDL und der dort arbeitenden Wohlfahrtsverbände statt. In den vergangenen Jahren hat die Außenstelle die Durchführung der Integrationskurse im GDL Friedland koordiniert. Da die Integrationskurse zum Ende des Jahres 2011 eingestellt wurden und die letzten Kurse im Juni ausliefen, gibt die BIGS ihre Präsenz in Friedland nun auf.

„Wir bedanken uns insbesondere beim Grenzdurchgangslager und den Wohlfahrtsverbänden für die langjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“, so Dr. Natalia Hefele, Leiterin der Außenstelle. Sie sieht die letzten Jahren als einen großen Erfolg: „Durch die Zusammenarbeit von der Kursträger konnten wir Synergien erzielen, die vor allem den Kursteilnehmern zu Gute kamen. Das Modell Friedland wurde über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus beachtet.“

Die Integrationskurse in Friedland wurden gemeinsam von acht in Stadt und Landkreis Göttingen zugelassen Kursträgern durchgeführt. Die BIGS übernahm zentrale Aufgaben wie die Kurs- und Teilnehmerverwaltung, Lehrmittelbeschaffung und Lehrerfortbildung. Beteiligt waren unter der Koordination der BIGS folgende Träger:

  • Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Süd gGmbH
  • Evangelische Erwachsenenbildung Südniedersachsen
  • Internationaler Bund e.V.
  • Kreisvolkshochschule Göttingen
  • Ländliche Erwachsenenbildung in Nds. e.V.
  • Prager Schule Göttingen gGmbH
  • Volkshochschule Göttingen e.V.
  • Zukunftswerkstatt e.V.

Die Integrationskurse  werden aus Mitteln des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanziert und haben einen Umfang von 645 Stunden und dienen in erster Linie dazu, die deutsche Sprache zu lernen und eine Orientierung über das Leben in Deutschland zu bekommen. Seit Beginn des Programms im September 2006 fanden in Friedland insgesamt  147 Kurse mit ca. 2.500 Teilnehmern statt. Im Durchschnitt 92% der Teilnehmer aus den regulären Kursen konnten die Kurse mit einem Sprachzertifikat erfolgreich abschließen. Bei der Mehrheit handelte es sich um Spätaussiedler und deren Familienangehörigen und jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Nicht zuletzt ihre geringere Zahl ist für die Einstellung der Kurse verantwortlich.

Die Bildungsgenossenschaft Südniedersachen eG ist ein Zusammenschluss von aktuell 28 Bildungsanbietern aus der Region Südniedersachen. Ihr vordringliches Ziel ist es, durch die Initiation und Verstetigung von Kooperationen im Bildungssektor, die Qualität des Bildungsangebots in der Region zu verbessern. Inhaltlicher Schwerpunkt ist seit Jahren neben der Allgemeinen und Beruflichen Bildung die Arbeit mit Migrantinnen und Migranten.

Kontakt: Dr. Natalia Hefele, Projektleiterin, Tel.: 0551 49569436, n.hefele@www.bildungsgenossenschaft.de

Weitere Informationen zur BIGS: http://www.bildungsgenossenschaft.de

Weitere Informationen zum BAMF und den Integrationskursen: http://www.bamf.de

– zur redaktionellen Verwendung freigegeben –