Archiv der Kategorie: Veranstaltung

21. DIE-Forum Erwachsenenbildung: Regionale Weiterbildung gestalten. Disparitäten überwinden.

Am 3. und 4. Dezember 2018 fand in Bonn das 21. DIE-Forum Weiterbildung mit dem Themenschwerpunkt „Regionale Weiterbildung gestalten. Disparitäten überwinden“ statt. Teilgenommen von der BIGS hat Dr. Holger Martens mit einem Fachvortrag zum Thema „Demografischer Wandel in Südniedersachsen. Herausforderungen und Handlungsbedarfe für die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG / BIGS“.

Zentrale inhaltliche Ansatzpunkte des Forums sind die unterschiedlichen regionalen Situationen hinsichtlich Wirtschaftskraft und demografischer Entwicklung. Daraus abgeleitet ergeben sich Unterschiede bei den Einkommens- und Aufstiegschancen, soziale Teilhabe und soziale Sicherung. Stichpunkte dazu sind Mobilität, Bildungsangebots-, Gesundheitsversorgung etc. Die Unterschiede liegen nicht so sehr zwischen den Bundesländern, sondern zwischen den ländlich und städtisch geprägten Regionen. Das DIE-Forum 2018 hatte sich zum Thema folgende Fragestellungen gegeben:

„Wie stark ist Weiterbildung von regionalen Entwicklungsdynamiken betroffen? Welche Auswirkungen haben sie auf Teilnahmechancen und Bildungsangebote?

Welches Potenzial hat Weiterbildung für die Regionalentwicklung? Was kann sie für `herausgeforderte´, wirtschaftlich und infrastrukturell schwache Regionen Leisten? Kann sie Regionen Impulse geben, die unter hoher Arbeitslosigkeit, alternder Bevölkerung und Abwanderung leiden?

Wie kann Politik Förderprogramm und Gesetzgebung für ein flächendeckendes Weiterbildungsangebot sorgen und regionale Entwicklungsprozesse unterstützen?“

Ähnliche Fragen werden aktuell in der AG Politische Bildung der BIGS gestellt. Es sind Fragestellungen, die zumindest schon seit dem Aufbau und der Durchführung des bisher größten Bildungsnetzwerkprogramms des BMBF „Lernende Regionen – Förderung von Netzwerken“ ab 2000 gestellt und deren Beantwortung seither in verschiedenen Praxisprojekten bearbeitet werden. Die BIGS ist ein Ergebnis der Programmumsetzung „Lernende Regionen“ in Südniedersachsen. Die BIGS hat sich an diesem Programm von deren Gründung 2002 bis 2008 beteiligt. Auf dem DIE-Forum waren Erfahrungsbeispiele aus der Zeit der Programmumsetzung „Lernende Regionen“ sehr geschätzt, insbesondere Erfahrungen, die den Kontext Bildung und Regionalentwicklung umfassen. Auf diesen Erfahrungen kann bei zukünftigen Entwicklungen zum Abbau von regionalen Disparitäten aufgebaut werden.

Die BIGS bei der Integrations- & Demografie-Konferenz des Landkreises Göttingen

Der Landkreis Göttingen veranstaltete am 10. November 2018 die Integrations- & Demografie Konferenz in Osterode am Harz.

Die Konferenz zum Thema „Demografie und Integration im ländlichen Raum“ verfolgte das Ziel, dem Problem einer stark alternden Bevölkerung in ländlichen Gebieten und gleichzeitig der Herausforderung der Integration von Geflüchteten und Migrantinnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die beiden gesellschaftlich-soziologischen Phänomene sollten zusammengebracht und gemeinsam behandelt werden. Es ging sowohl um die Integrationsbedingungen von Zuwanderinnen, um die Integrationsfähigkeit der Zuziehenden und der Einheimischen, als auch um das Potenzial einer vielfältig zusammengesetzten Bevölkerung. Der Fokus lag auf der Entwicklung von Möglichkeiten und Ideen der Teilnehmerinnen zur Mitgestaltung des Strukturwandels in ländlichen Gebieten.

Nach den fachlichen Impulsen von Gudrun Kirchhof und Prof. Dr. Alexander Kenneth Nagel und dem danach folgenden Erzähl-Café konnten sich zahlreich erschienenen Konferenzteilnehmer in fünf Fach-Workshops, die von Expertinnen als Referenten durchgeführt wurden, aktiv einbringen. Bei der Gestaltung und Moderation des Workshops „Arbeit integriert – Heimat ist, wo Arbeit ist?“ hat die BIGS eG, vertreten durch Natalia Hefele, aktiv mitgewirkt. Auf der abschließenden Podiumsdiskussion wurden die an dem Tag erarbeiteten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen präsentiert.

Vierte Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie

Extrem ländlich – Gemeinsam gegen Rechtsextremismus

Die vierte Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen hat 75 Teilnehmende in Duderstadt zusammengebracht. Gemeinsam wurde unter dem Titel „Extrem ländlich – Umgang mit rechter Mobilisierung im ländlichen Raum“ über vielfältige Themen diskutiert. Erstmals haben die Partnerschaften für Demokratie aus dem Altkreis Göttingen und dem Altkreis Osterode die Konferenz gemeinsam ausgerichtet.

Grußwort des Kreisrats Marcel Riethig (Foto: Anna Holefleisch)

Die Teilnehmenden zogen eine positive Bilanz und betonten die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um demokratiefeindlichen Tendenzen zu begegnen.

Kristin Harney von der Mobilen Beratung Niedersachsen (Zentrum Demokratische Bildung Wolfsburg) hat in ihrem Fachvortrag über rechte Strukturen im ländlichen Raum berichtet und dabei einen Fokus auf Südniedersachsen gelegt. So vielfältig, wie die jeweiligen lokalen Gegebenheiten sind, so vielfältig sind die Handlungsräume, um antidemokratischen Tendenzen zu entgegnen. Soziale Leerräume stellt Kristin Harney als ein Merkmal unter anderen dar, das von rechtsextremistischen Akteuren zur Mobilisierung genutzt wird. Leerräume, wie z.B. fehlende Freizeitangebote für Jugendliche, sollen daher durch demokratische Kräfte gefüllt werden. Gemeinsame Handlungsoptionen konnten die Teilnehmenden anschließend in drei Fachforen diskutieren.

Jonas Huwald (Landkreis Göttingen) hat im Fachforum „Handlungsräume – Kommunale Verwaltungen und die rechtsextreme Szene im ländlichen Raum“ einen Austausch kommunaler Akteure eröffnet. Handlungsräume sind vielfältig und sie müssen situativ gestaltet werden. Dabei gibt es keine allgemeingültige Empfehlung, um das Spannungsfeld „Gleichbehandlung vs. Wehrhaftigkeit“ aufzulösen. Die Vielfältigkeit der Optionen ermöglich jedoch eine demokratische Wehrhaftigkeit gegenüber rechtsextremen Vorfällen. In den Gemeinden besteht eine hohe Expertise zu Handlungsmöglichkeiten, die durch gemeinsame Zusammenarbeit geteilt werden kann.

Fachforum „Handlungsräume – Kommunale Verwaltungen und die rechtsextreme Szene im ländlichen Raum“ (Foto: Anna Holefleisch)

Viktor Wesselak (Bündnis „Duderstadt bleibt bunt“) und Kristin Harney haben im Fachforum „Engagement für einen demokratischen Zusammenhalt“ über die Arbeit zivilgesellschaftlicher Gruppen diskutiert und herausgearbeitet, dass regelmäßiger Widerspruch gegen demokratiefeindliche Tendenzen notwendig ist. Wegsehen ist keine wirksame Strategie, um rechtsextremen Vorfällen zu begegnen. Sie werden dadurch nicht verschwinden. Nur ein gemeinsames Entgegentreten wirkt nachhaltig, wozu die Arbeit in Bündnisses erfolgreich beiträgt.

Fachforum „Engagement für einen demokratischen Zusammenhalt“ (Foto: Anna Holefleisch)

Das Fachforum „Stammtischparolen und populistische Stimmungsmache“ wurde von Achim Bröhenhorst (Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen) durchgeführt. Er hat einen Einblick in vorurteilsbeladene und menschenfeindliche populistische Argumentationsstrategien gegeben. Um diesen Argumentationen entgegenzutreten ist es ebenfalls notwendig, nicht wegzusehen, sondern Haltung zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen. Dadurch können Betroffene gestärkt werden.

Abschlussplenum (Foto: Anna Holefleisch)

Im Anschluss an die Demokratiekonferenz hat Viktor Wesselak aus den Werken Oskar Maria Grafs gelesen und einen Einblick in das Leben des Autors unter dem Motto „Heimat? Freilich – aber nicht mit den Faschisten!“ gegeben.

Die Partnerschaften für Demokratie im Landkreis Göttingen stehen Interessierten für Anfragen gerne zur Verfügung

Kontakte für den Altkreis Göttingen:

Ansprechperson in der Kreisverwaltung: Jonas Huwald, Telefon 0551 525-9164, E-Mail huwald@landkreisgoettingen.de

Externe Koordinierungs- und Fachstelle (Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG): Philipp Kallenbach, Telefon 0551 384210-45, E-Mail p.kallenbach@bildungsgenossenschaft.de

Kontakte für den Altkreis Osterode:

Ansprechperson in der Kreisverwaltung: Peter Dzimalle, Telefon 05522 960-4750, E-Mail: dzimalle@landkreisgoettingen.de

Externe Koordinierungs- und Fachstelle (Jugendring Harzland): Nermin Gürocak, Telefon 01511 4795187, E-Mail: guerocak@vielfalt-osterode.de