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Bildungsberatung und Corona-Virus

Presseinformation, 31. März 2020

Akademie Waldschlösschen ist akut existenziell bedroht / Forderung an die Politik: Maßnahmenpakete müssen auch Beratungs- und Bildungsstellen unterstützen /  Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) in Göttingen ersetzt die persönliche Beratung vor Ort bis vorerst 3. Mai durch Telefon und E-Mail 

Dreißig Bildungsanbieter gehören zu den Mitgliedern der gemeinnützigen Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS), auch die Akademie Waldschlösschen in Reinhausen bei Göttingen ist darunter. 74.000 Euro fehlen laut der Akademie Waldschlösschen für die kommenden beiden Monate aufgrund nicht stattfindender Seminare – trotz radikaler Kurzarbeit und teilweise Lohnverzicht. Das Waldschlösschen hat eine Spendenkampagne gestartet: www.waldschloesschen.org

Appell an die Politik: Bildungsanbieter unterstützen das demokratische Miteinander

Als neutrale und trägerunabhängige Beratungsstelle für alle Fragen rund um das Thema Bildung appelliert die BIGS an die Politik, mit ihren Maßnahmenpaketen auch die Beratungs- und Bildungsstellen nicht zu vergessen. Diese leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag für die Bildung und das demokratische Miteinander in der Gesellschaft, so Dr. Holger Martens, Leiter der Geschäftsstelle. Aktuell hat die BIGS eine Mitglieder-Umfrage unter ihren 30 regionalen Bildungsanbietern aus Südniedersachsen gestartet, um einen Überblick zu möglichen wirtschaftlichen Verlusten und existenziellen Situationen zu bekommen.

Aktuelle Beratung in der BIGS

Aufgrund der aktuellen Entwicklung hat die gemeinnützige Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) seit Mitte März ihre Göttinger Geschäftsstelle in der Langen Geismarstraße 73 bis vorerst 3. Mai für die persönliche Beratung vor Ort geschlossen. Als Alternative bietet die BIGS allen Ratsuchenden zu den Themen Bildungsberatung, berufliche Integration und Anerkennungsberatung für ausländische Bildungs- und Berufsabschlüsse Beratung per Telefon sowie per E-Mail an. Ebenso werden die Gutscheine für die Bildungsprämie weiterhin ausgestellt. Ratsuchende finden auf der Internetseite www.bildungsgenossenschaft.de die entsprechenden Ansprechpartner und Kontakte. Des Weiteren können auch Projektideen zur Demokratieförderung weiterhin mit der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen telefonisch oder per Mail besprochen werden.  

Demokratie schafft Zukunft – Fünfte Demokratiekonferenz im Landkreis Göttingen

Unter der Überschrift „Demokratie schafft Zukunft“ trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik, um über die Weiterentwicklung der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen ab 2020 zu diskutieren. Hierbei wurden neue Projektideen entwickelt sowie eine engere Verflechtung mit anderen Akteuren erreicht.

Der Ort für diese 5. Demokratiekonferenz war am am 27. September 2019 die Jugendherberge Göttingen.

Die Partnerschaft für Demokratie, gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, startet 2020 in ihre zweite fünfjährige Förderperiode. Regional setzt sich die Partnerschaft dafür ein, Strukturen gegen extreme Rechte, Gewalt und menschenverachtende Einstellungen zu stärken, zivilgesellschaftliche Prozesse im ländlichen Raum weiterzuentwickeln sowie die demokratische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Begrüßt wurden die rund 50 Teilnehmenden von dem Sozialdezernenten des Landkreises Göttingen Marcel Riethig. Er unterstrich die Wichtigkeit der Partnerschaft für Förderung der Demokratie und begrüßte die Etablierung dieses wichtigen Projektes über 2020 hinaus. „Demokratie ist kein Selbstläufer. Die Projekte der Partnerschaft tragen dazu bei, sie mit Leben zu füllen“, hob Herr Riethig hervor.

Nach einem kurzen Rückblick auf die derzeitige Förderperiode stand die Vernetzung der Teilnehmenden im Fokus. Neben einer Vernetzungsrunde, in welcher sie sich mit verschiedenen Netzwerkpartnerinnen aus unterschiedlichen Teilen des Fördergebietes austauschten, bildete die Entwicklung zukünftiger Projekte das zentrale Anliegen der diesjährigen Demokratiekonferenz. Die Grundlage der Planungsarbeit bildeten mit der Demokratieförderung im ländlichen Raum, der Extremismusprävention und der Förderung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen drei Ziele, die im Antrag für die neue Förderperiode schon grob benannt sind.

Mit Hilfe der Methode des Walk-Around wurden die Ziele für Aktivitäten sowie Projektideen mit möglichen Ansprechpersonen zur Projektumsetzung durch die Teilnehmenden konkretisiert. „Der Austausch und die Projektplanung mit unseren Netzwerkpartner*innen ist unerlässlich, um auch in der kommenden Förderperiode kreative und innovative Projekte zu realisieren sowie die Zielsetzungen der Partnerschaft im gesamten Fördergebiet voranzutreiben“, betonte Tobias Schläger von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein „Netzwerklunch“, bei dem die neugewonnenen Kontakte intensiviert und die entwickelten Projektideen vertieft werden konnten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 5. Demokratiekonferenz zogen nach der Veranstaltung eine positive Bilanz. Gelobt wurde die Möglichkeit, sich im Rahmen einer solchen Veranstaltung intensiver mit Projektideen auseinanderzusetzen. Auf diese Weise konnte schon im Vorfeld ein aktiver Beitrag zur Weiterentwicklung der Partnerschaft geleistet werden.

Zusammen für einen sicheren Hafen

Am 30. Juni 2019 fand die 15. Göttinger Kulturenmesse auf dem Wochenmarkt statt.

Unter dem Zeichen der Solidarität gegen das Massensterben im Mittelmeer stand die diesjährige Kulturenmesse in Göttingen am 30. Juni 2019 auf dem Wochenmarkt. Sie wurde vom Integrationsrat Göttingen zusammen mit verschiedenen Göttinger Vereinen und Gruppen wie dem Lampedusa-Bündnis Göttingen und der Seebrücke Göttingen organisiert und setzte sich dafür ein, dass die Stadt zum „Sicheren Hafen“ für Geflüchtete wird. Bundesweit haben sich schon 83 Städte zu „Sicheren Häfen“ erklärt, womit sie ihrer Bereitschaft Nachdruck verleihen, zusätzliche aus Seenot gerettete Menschen aufzunehmen.

Die Kulturenmesse präsentierte zum 15. Mal das bunte kulturelle Bild in Göttingen. An über 30 Ständen stellten sich vielfältige Migrantenselbstorganisationen, Beratungseinrichtungen, Flüchtlingsinitiativen sowie politische und kulturelle Gruppen vor. Auch in diesem Jahr war die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen in vielerlei Hinsicht Teil der Kulturenmessen. So nahmen neben der Geschäftsstelle auch verschiedene Institutionen der Bildungsgenossenschaft wie die Beschäftigungsförderung Göttingen, die VHS und das Institut für angewandte Kulturforschung mit ihren Projekten die Veranstaltung teil. Die BIGS-Geschäftsstelle informierte insbesondere zu den Themen der Anerkennungsberatung, der Bildungsberatung, wie auch zu dem Verbundprojekt FairBleib.

Auch in den kommenden Jahren wird sich die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen mit ihren Mitgliedern für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft einsetzen sowie Ratssuchende aus anderen Ländern bei der Integration unterstützen.