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Afghanistan-Informationsveranstaltung

Große Not der Betroffenen und Dringlichkeit weiterer Aufnahme aus Afghanistan werden deutlich

Am vergangenen Dienstag, den 28.09.2021, stieß die „Informationsveranstaltung für Afghan:innen in Deutschland“ auf großes Interesse. Organisiert wurde der Abend vom Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. und den niedersächsischen IvAF-Netzwerken FairBleib Südniedersachsen-Harz, AZF3, Netwin 3 und TAF in Kooperation mit dem Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN) und der Refugee Law Clinic. Über 500 Menschen nahmen an dem hybrid organisierten Abend teil – waren entweder aus ganz Niedersachsen angereist, um live Vorort im Haus der Kulturen in Göttingen dabei zu sein, oder schalteten sich digital über zoom, facebook oder YouTube dazu. Die Veranstaltung wurde auf Dari und Deutsch mithilfe von Dolmetscher:innen durchgeführt, in Einzelfällen wurde auch bilateral in Paschtu übersetzt.

Im Zentrum des Interesses standen die Fragen, ob und wenn ja wie gefährdete Freund:innen, Familienangehörige und Bekannte, die sich in Afghanistan befinden, nach Deutschland geholt oder anderweitig in Sicherheit gebracht werden können. Wie können die Personen, die für andere Staaten als Ortskräfte gearbeitet haben, nach Deutschland kommen bzw. hier bleiben, wenn sie z.B. in Rammstein zwischenlanden? Besprochen wurden auch Ängste um die Bleibeperspektive der bereits in Deutschland lebenden Afghan:innen, zum Beispiel: Unter welchen Umständen einen Asylfolgeantrag stellen?

Auf all diese Fragen versuchten die Fachanwältin für Migrationsrecht, Claire Deery, und die Mitarbeiterinnen des Flüchtlingsrats Niedersachsen e.V., Annika Hesselmann und Maryam Mohammadi, wohlüberlegt zu antworten. Denn – und das zeigt sich im Laufe des Abends auf bedrückende Weise – viele naheliegenden Lösungen werden aktuell blockiert. Alle Beteiligen waren sich einig, dass die neue Bundesregierung sofort ein Aufnahmeprogramm auflegen soll und sich hier auch die Landesregierung nicht weiter hinter alten Regierungsbeschlüssen verstecken darf.

Für aktuelle Informationen empfehlen wir nach wie vor die Internetseite des Flüchtlingsrats: https://www.nds-fluerat.org/themen/afghanistan/afghanistan/ .

Daniela Finkelstein erweiterte im Anschluss den Blick auf das Angebot des NTFN für die hier lebenden, psychisch belasteten Geflüchteten.

Am Ende des mit reichlich Informationen gefüllten Vortrags und der sorgenvollen und hochkonzentrierten Nachfragen (an dieser Stelle ein Dank an das sehr disziplinierte Publikum und die unermüdliche Arbeit im Chat von Kaja Schellenberg und Chistine Kruse, sowie der hilfreichen Moderation von Bernadette Tusch und Stefan Klingbeil) waren alle Beteiligten voll des Lobes und des Dankes.

Auf dem Youtube-Kanal des Flüchtlingsrats Niedersachsens ist die Veranstaltung im Übrigen weiterhin einsehbar: https://www.youtube.com/watch?v=E0sfi_0lRuk

IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung ab sofort wieder in Präsenz möglich

Presseinformation vom 25.08.2021

Northeim. Die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) bietet ab sofort wieder persönliche Termine für die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung im Rahmen des IQ Netzwerks Niedersachsen in Northeim an. Das Beratungsangebot findet ab dem 31.08.2021 zweiwöchig jeden Dienstag im Kreishaus in der Medenheimer Straße 6/8, 37154 Northeim statt.

„Ich freue mich, dass wir zusätzlich zu unseren Beratungsstandorten in Göttingen und Goslar nun auch in Northeim wieder persönliche Termine anbieten können“, betont die Projektleiterin Michaela Czulak. Wenn auch gute Erfahrungen mit alternativen Beratungsformen gemacht worden seien, da Beratungen aufgrund der Pandemie vermehrt über Telefon, Video oder E-Mail stattfanden, sei ein persönliches Beratungsangebot ein wichtiger Pfeiler, um möglichst viele Menschen erreichen und unterstützen zu können. Die alternativen Beratungsformen können aber weiterhin genutzt werden, wie Michaela Czulak hervorhob.

Das Angebot des IQ Teams der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) richtet sich an Personen mit ausländischen Berufs- und Bildungsabschlüssen und begleitet diese während des Anerkennungsprozesses. Die Beratung ist freiwillig, vertraulich und kostenfrei.

Ansprechpartnerin für die Beratung in Northeim:

Frau Mareike Vette
IQ Netzwerk Niedersachsen
Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung
Mail: m.vette@bildungsgenossenschaft.de
Telefon: 0551 / 384210-40

Das IQ Netzwerk Niedersachsen begegnet der Pandemie mit neuen Beratungsformen.

Ein Rückblick auf das Jahr 2020.

Göttingen – Goslar – Northeim. Anfang März 2020 wurde auch Deutschland von der weltweiten Corona-Pandemie überrollt. Ab sofort galt die Devise: Abstand halten. Mit dem zweiten und dritten Quartal 2020 wurden mobiles Arbeiten im Home-Office und virtuelle Treffen mehr und mehr „The New Normal“. Auch die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen des IQ Netzwerks Niedersachsen haben sich auf die neue Situation eingestellt und ihre Arbeit dementsprechend angepasst. So haben trotzdem viele Ratsuchende den Weg zu IQ gefunden und konnten telefonisch, via Mail, Video-Anruf oder in Präsenz mit dem einzuhaltenden Abstand beraten werden.

Zahlen, Daten, Fakten im Überblick: Im Jahr 2020 haben sich 4.042 Personen in einer der 15 Beratungsstellen in Niedersachsen zu ihrem ausländischen Abschluss beraten lassen. In Stadt und Landkreis Göttingen sowie den Landkreisen Goslar und Northeim suchten über 400 Personen die IQ Beratungsstellen der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) auf.

43% der IQ Beratungen wurden telefonisch durchgeführt, 26,8% fanden als digitale Beratung per Video oder E-Mail statt. Lediglich 28,4% der Beratungsgespräche wurden aufgrund der Pandemie persönlich wahrgenommen. Die meisten Ratsuchenden stammten aus Syrien. Mit 56% der Personen haben sich mehr Frauen zur Anerkennung ihres ausländischen Abschlusses beraten lassen. Die häufigsten Referenzberufe für die ausländischen Qualifikationen in Südniedersachsen waren: Lehrer*innen (10 %), Ingenieur*innen (9%), Gesundheits- und Krankenpfleger*innen (6%).