Alle Beiträge von Philipp Kallenbach

Blick nach vorn – Welche Aufgaben gibt sich die BIGS?

Über den zweiten Perspektivworkshop der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG

Die BIGS schafft einzigartige Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten für ihre Mitglieder. Der zentrale Punkt wurde beim zweiten Zusammenkommen der Genossenschaft herausgearbeitet und die Teilnehmenden haben diskutiert, wie das Alleinstellungsmerkmal in Zukunft noch besser genutzt werden kann.

Am 25. Oktober wurde zur Fortsetzung des Perspektivworkshops in die VHS Göttingen-Osterode eingeladen. 13 Institutionen haben teilgenommen und mit den Erkenntnissen des ersten Treffens wurde weiter über die Zukunftsgestaltung diskutiert. Fünf Aufgabenbereiche der BIGS hat die Gruppe herausgestellt: 1) Wissensaustausch, 2) Nutzung des gemeinsamen Einflusses, 3) In die Öffentlichkeit treten, 4) Themen in Arbeitsgruppen verfolgen, 5) neue Themen (z.B. Nachhaltigkeit) erschließen. Die koordinierende Rolle zu Gestaltung dieser Aspekte wird weiterhin bei der Geschäftsstelle der BIGS verleiben. Die Geschäftsstelle hat über ein Organigramm verdeutlicht, dass in Anbetracht der vielfältigen Aufgabenbereiche, die der Genossenschaft angehören, die Ressourcen sehr beschränkt sind. Zahlreiche Aufgaben werden bereits jetzt ohne ein zugehöriges Stundenkontingent geleistet, was die in der Zukunftsgestaltung der gesamten Genossenschaft Beachtung finden soll.

Die Ideen zur Einführung von Arbeitsgruppen, die bereits im ersten Workshop aufkam, haben die Teilnehmenden fortgeführt und konkretisiert. Die AG Politische Bildung wurde bereits im Vorfeld initiiert und befindet sich im Aufbau. Die Arbeitsgruppen zu den Themen Berufliche Bildung, Migration/Integration und Gemeinsame Dienstleistungen wurden im Rahmen des Perspektivworkshops konkretisiert und sie werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten in 2018 bzw. 2019 starten. Alle Genossenschaftsmitglieder sollen über die Fortschritte der AGs informiert werden.

Da der Informationsaustausch häufig als zentraler Gewinn für die Mitglieder deutlich wird, möchten die Genossen eine weitere informelle Plattform schaffen, die durch die Genossenschaftsmitglieder selber zu verschiedenen Themen organisiert wird. Getreu dem Motto „Von den Genossen für die Genossen“ wird die Austauschplattform reihum an verschiedenen Orten umgesetzt.

Das Jahr 2018 hat gezeigt, dass die Gestaltungswege für die BIGS vielfältig und spannend sind. Die Perspektivworkshops waren wichtig und haben gute Ergebnisse hervorgebracht. Die geplanten Schritte haben erste Fußstapfen hinterlassen und der gemeinsame Austausch kommt deutlicher aufs Tableau. Der Prozess soll hier kein Ende finden. Vielmehr wird die Genossenschaft das Begonnene weiter reflektieren – so zum Beispiel bei den Jahreshauptversammlungen.

Vierte Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie

Extrem ländlich – Gemeinsam gegen Rechtsextremismus

Die vierte Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Göttingen hat 75 Teilnehmende in Duderstadt zusammengebracht. Gemeinsam wurde unter dem Titel „Extrem ländlich – Umgang mit rechter Mobilisierung im ländlichen Raum“ über vielfältige Themen diskutiert. Erstmals haben die Partnerschaften für Demokratie aus dem Altkreis Göttingen und dem Altkreis Osterode die Konferenz gemeinsam ausgerichtet.

Grußwort des Kreisrats Marcel Riethig (Foto: Anna Holefleisch)

Die Teilnehmenden zogen eine positive Bilanz und betonten die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um demokratiefeindlichen Tendenzen zu begegnen.

Kristin Harney von der Mobilen Beratung Niedersachsen (Zentrum Demokratische Bildung Wolfsburg) hat in ihrem Fachvortrag über rechte Strukturen im ländlichen Raum berichtet und dabei einen Fokus auf Südniedersachsen gelegt. So vielfältig, wie die jeweiligen lokalen Gegebenheiten sind, so vielfältig sind die Handlungsräume, um antidemokratischen Tendenzen zu entgegnen. Soziale Leerräume stellt Kristin Harney als ein Merkmal unter anderen dar, das von rechtsextremistischen Akteuren zur Mobilisierung genutzt wird. Leerräume, wie z.B. fehlende Freizeitangebote für Jugendliche, sollen daher durch demokratische Kräfte gefüllt werden. Gemeinsame Handlungsoptionen konnten die Teilnehmenden anschließend in drei Fachforen diskutieren.

Jonas Huwald (Landkreis Göttingen) hat im Fachforum „Handlungsräume – Kommunale Verwaltungen und die rechtsextreme Szene im ländlichen Raum“ einen Austausch kommunaler Akteure eröffnet. Handlungsräume sind vielfältig und sie müssen situativ gestaltet werden. Dabei gibt es keine allgemeingültige Empfehlung, um das Spannungsfeld „Gleichbehandlung vs. Wehrhaftigkeit“ aufzulösen. Die Vielfältigkeit der Optionen ermöglich jedoch eine demokratische Wehrhaftigkeit gegenüber rechtsextremen Vorfällen. In den Gemeinden besteht eine hohe Expertise zu Handlungsmöglichkeiten, die durch gemeinsame Zusammenarbeit geteilt werden kann.

Fachforum „Handlungsräume – Kommunale Verwaltungen und die rechtsextreme Szene im ländlichen Raum“ (Foto: Anna Holefleisch)

Viktor Wesselak (Bündnis „Duderstadt bleibt bunt“) und Kristin Harney haben im Fachforum „Engagement für einen demokratischen Zusammenhalt“ über die Arbeit zivilgesellschaftlicher Gruppen diskutiert und herausgearbeitet, dass regelmäßiger Widerspruch gegen demokratiefeindliche Tendenzen notwendig ist. Wegsehen ist keine wirksame Strategie, um rechtsextremen Vorfällen zu begegnen. Sie werden dadurch nicht verschwinden. Nur ein gemeinsames Entgegentreten wirkt nachhaltig, wozu die Arbeit in Bündnisses erfolgreich beiträgt.

Fachforum „Engagement für einen demokratischen Zusammenhalt“ (Foto: Anna Holefleisch)

Das Fachforum „Stammtischparolen und populistische Stimmungsmache“ wurde von Achim Bröhenhorst (Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen) durchgeführt. Er hat einen Einblick in vorurteilsbeladene und menschenfeindliche populistische Argumentationsstrategien gegeben. Um diesen Argumentationen entgegenzutreten ist es ebenfalls notwendig, nicht wegzusehen, sondern Haltung zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen. Dadurch können Betroffene gestärkt werden.

Abschlussplenum (Foto: Anna Holefleisch)

Im Anschluss an die Demokratiekonferenz hat Viktor Wesselak aus den Werken Oskar Maria Grafs gelesen und einen Einblick in das Leben des Autors unter dem Motto „Heimat? Freilich – aber nicht mit den Faschisten!“ gegeben.

Die Partnerschaften für Demokratie im Landkreis Göttingen stehen Interessierten für Anfragen gerne zur Verfügung

Kontakte für den Altkreis Göttingen:

Ansprechperson in der Kreisverwaltung: Jonas Huwald, Telefon 0551 525-9164, E-Mail huwald@landkreisgoettingen.de

Externe Koordinierungs- und Fachstelle (Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG): Philipp Kallenbach, Telefon 0551 384210-45, E-Mail p.kallenbach@bildungsgenossenschaft.de

Kontakte für den Altkreis Osterode:

Ansprechperson in der Kreisverwaltung: Peter Dzimalle, Telefon 05522 960-4750, E-Mail: dzimalle@landkreisgoettingen.de

Externe Koordinierungs- und Fachstelle (Jugendring Harzland): Nermin Gürocak, Telefon 01511 4795187, E-Mail: guerocak@vielfalt-osterode.de

FACHTAG Bildungsberatung (Transferagentur Niedersachsen)

„Eine Orientierung für gelingende Bildungsbiografien“ am 17.05.2018 in Ritterhude: die Bildungsberatung der BIGS wurde als gutes Beispiel der trägerneutraleren Orientierungsberatung in Südniedersachsen vorgestellt.

Bildungsbiografien sind heutzutage vielfältig und nicht mehr linear im Verlauf wie früher. Immer stärker stehen die Menschen in der Verantwortung, ihren Werdegang selbst zu gestalten. Andererseits ist die (Weiter)Bildungs- und Beratungslandschaft komplizierter und unübersichtlicher geworden. In dieser Situation fällt die Orientierung oftmals schwer. Um das Thema „Orientierungshilfe für gelingende Bildungsbiografien“ zu diskutieren, kamen am 17.05.2018 Fachkräfte aus Kommunalverwaltungen, Bildungseinrichtungen- und Organisationen zum Fachtag in Ritterhude zusammen. Die Teilnehmenden der Veranstaltung gingen die Frage nach, wie Bildungsberatung für die Gestaltung der individuellen Bildungs- und Berufsbiografien Wege weisen kann und wird dafür zuständig sein.

Fachliche Impulse für den gelungenen Diskussionstag kamen vom Prof. Dr. Clinton Enoch (Hochschule der Bundesagentur für Arbeit). Am Podiumsgespräch nahmen drei Gäste teil. Marco Schmidt von der Transferagentur Niedersachsen betonte, wie wichtig es sei, die Transparenz über Anbieter und Angebote in den Kommunen zu schaffen, ebenso wie regelmäßiger Austausch und Vernetzung aller regionalen Akteure. Christine Etz von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) und Koordinatorin des Bildungsberatung Netzwerkes Niedersachsen berichtete über die Genese, Entwicklung und aktueller Stand des Landesnetzwerkes. Natalia Hefele von der BIGS eG stellte die Bildungsberatungsstelle der BIGS vor, erzählte über die praktischen Erfahrungen des Beratungsalltags, über die Netzwerkarbeit in der Region Südniedersachsen und über die Hürden und Schwierigkeit der fast zehnjährigen Beratungspraxis (darüber wurde im NL 1 dieses Jahres berichtet). Mit dem Appell an die Kommunen, die existierende und gut funktionierende Bildungsberatungsstelle in ihrer Bildungsplanung zu berücksichtigen: „Die Bildungsberatungsstellen des Landesnetzwerkes ist ein Schatz an Informationen über Ratsuchende und deren Bedarfe, der noch von vielen Kommunen gehoben werden sollte“.

Weitere Aspekte der praktischen Umsetzung der Bildungsberatung in Niedersachsen wurden in den vier Fachforen diskutiert.

Nähere Informationen können Sie der Dokumentation der Transferagentur Niedersachsen entnehmen.