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Weniger Teilnehmer_innen für Integrationskurse

Weniger Personen in Göttingen nehmen neu an einem Integrationskurs teil. Die Zahl der Eingangstests zur Feststellung des Sprachniveaus ist im vergangenen Quartal stark zurückgegangen. Der Bedarf an Sprachkursen liegt damit deutlich unter den von der Verwaltung im Frühjahr prognostizierten Zahlen.

Während im März 92 Teilnehmer eingestuft wurden, waren es im April nur noch 30. Im Mai stieg die Zahl wieder leicht an auf 40 Einstufungstests. Aktuell laufen 25 Integrationskurse in Göttingen, inklusive der Alphabetisierungs- und Jugendkurse.

Die von der Bildungsgenossenschaft eingerichtete zentrale Koordinierungsstelle wurde an die geänderten Zahlen angepasst. Die im März geschaffene Teilzeitstelle zur Integrationskurskoordination wurde wesentlich über die Pauschalvergütung für das Durchführen der Einstufungstests refinanziert.

Die Bildungsgenossenschaft führt die Einstufungstests für die Integrationskursträger durch. Getestet wird das Deutschniveau der Teilnehmer, anschließend finden wir den passenden Integrationskurs. Die Stelle beinhaltet nicht nur die Durchführung der Tests und Zuweisung an einen Kursträger, sondern auch die Koordinierung des Integrationskursangebots. Somit können Bedarfe erkannt und gedeckt werden – Kurse werden schneller voll und können früher beginnen. Ein weiterer wichtiger Teil der Stelle ist die Kommunikation mit den Behörden. Das Sozialamt, das Jobcenter und die Ausländerbehörde können ihre „Kunden“ zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichten und schicken sie dann zur BIGS, wo der Einstufungstest durchgeführt wird.

Neue Kollegin für die Integrationskurskoordination

Sofie Bläsi

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

als neue Mitarbeiterin der BIGS möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Sofie Bläsi und ich bin seit dem 01.03.2017 bei der BIGS in der Integrationskurskoordination tätig.

Ich bin selbst nebenberuflich DaF- und DaZ-Lehrerin und arbeite seit mehreren Jahren mit Migrantinnen und Migranten. Die Arbeit mit Menschen aus anderen Kulturen empfinde ich als sehr bereichernd, weshalb ich mich freue, jetzt im Bereich Integration tätig sein zu können.

Im Rahmen der Integrationskurskoordination führe ich die Einstufungstests durch, berate die Teilnehmer und Teilnehmerinnen hinsichtlich ihrer Lernsituation und informiere über das Integrationskursangebot in Göttingen.

Auf eine gute Zusammenarbeit!
Mit frühlingshaften Grüßen,

Sofie Bläsi

Flüchtlinge im Landkreis Goslar: Akzeptanz und Veränderung

Im Frühjahr und Sommer 2016 hat die Studentin Marie Wendt, Studienfächer Ethnologie und Soziologie, bei der Bildungsgenossenschaft ein studienrelevantes empirisches Praktikum im Projekt FairBleib Südniedersachsen-Harz absolviert. Sie konzentrierte sich dabei auf das Projektgebiet Landkreis Goslar, wo das Projekt seit Juni 2015 im Aufbau ist. Sie ist der Frage nach Akzeptanz und Veränderung des Landkreis Goslar durch die starken Zuweisungen von Flüchtlingen nachgegangen und hat sich die Situation unter Gesichtspunkten der empirischen Sozialforschung erschlossen. Die Micro-Studie von Marie Wendt kann demnächst in voller Länge in der Geschäftsstelle der BIGS eingesehen werden.

Flüchtlinge im Landkreis Goslar

Akzeptanz und Veränderung in der Region am Beispiel von Goslar und Wildemann

Micro-Studie im Rahmen von FairBleib Südniedersachsen-Harz

Der Landkreis Goslar gehört aus demographischer Sicht zu einer der schwierigsten Regionen in Deutschland und so wird der Zuzug von geflüchteten Menschen von offizieller Seite durchaus begrüßt, und sie mit ihren möglichen Potenzialen durchaus als Gewinn gesehen.

Wie ist es aber wirklich? Über darüber verlässliche Informationen zu bekommen, wurden mehrere Interview-Leitfragen entwickelt, die auf die Veränderungen in der Region, dieBedingungen für die Integration und die Vorteile für die Region abzielen sowie die Akzeptanz in der Bevölkerung und die Rolle von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit und –integration erfassten.

Als Beispiele für diese Micro-Studie boten sich die Stadt Goslar mit ihrer bereits vorhandenen oder sich weiter entwickelnden „Unterstützungsinfrastruktur“ sowie die Freie Bergstatt Wildemann an, die exemplarischen dafür steht, dass Flüchtlinge, wenn sie im Harz bleiben möchten, gern gesehene zukünftige Mitbürger und Mitbürgerinnen sind.

Wappen des Landkreises Goslar
Der Landkreis Goslar (Link zu Wikipedia)

Als Interviewpartner stellten sich Engagierte aus dem seit über 30 Jahren in der Flüchtlingsarbeit agierenden Verein „Leben in der Fremde“ zur Verfügung sowie Ehrenamtliche und Bürgermeister aus der Freien Bergstatt Wildemann und der Pressesprecher des Landkreises Goslar zur Verfügung.

Ergebnisse der vergleichenden Analyse

Die vergleichende Analyse der etwa 90-minütigen Interviews ergab folgendes Fazit: Alle Interviewten waren sich darüber einig, dass die Flüchtlingsarbeit im Landkreis Goslar sich im Grunde unproblematisch gestaltet. Schwierigkeiten entstehen allerdings durch mangelnde sprachliche Verständigung sowie durch datenschutzrechtlichen Bestimmungen zur Weitergabe von Informationen über die Flüchtlinge. Zielführende Unterstützung wird dadurch oft schwierig.

Der Zuzug insbesondere junger Flüchtlinge in die Region wird als Potenzial gesehen, der Alterung der Bevölkerung entgegen zu wirken – vorausgesetzt sie wollen bleiben und finden dafür entsprechende Bedingungen.

Insgesamt steht die Bevölkerung dem Zuzug positiv gegenüber. Es bestehen eine offene Einstellung und ein freundlicher Umgang mit Geflüchteten. Ressentiments gibt es bei einer kleiner Gruppe, meist älterer Menschen, die grundsätzlich wenig soziale Kontakte haben.

Diskrepanzen in den Auffassungen zur Flüchtlingsarbeit und –integration wurden allerdings auch deutlich. Diese bezogen sich in erster Linie auf unterschiedliche Bewertungen der Netzwerkarbeit im Landkreis und es wurde deutlich, dass der Blick der Verwaltungsinstanzen ein anderer ist, als derjenige der Ehrenamtlichen, die den „Alltag“ im Landkreis mit den Flüchtlingen leben und gestalten und feststellen, dass sich strukturelle Bedingungen als Hürden erweisen.

Für alle Interviewpartner sind Arbeit und Bildung die wichtigsten Bedingungen für eine langfristige Eingliederung der Geflüchteten in die Gesellschaft. Hierzu müssen im Landkreis Goslar mehr Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen geschaffen werden. Ebenso wichtig ist der gute Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, der interkulturelle Austausch und der gute nachbarschaftliche Kontakt..

Einig waren sich alle Beteiligten in Folgendem: Nur wenn zugezogene Personen überzeugt werden können, ihren Lebensmittelpunkt in der Region zu wählen, kann der Landkreis nachhaltig von der Zuwanderung der Flüchtlinge profitieren.